Was erwartet die Wirtschaft von Abiturienten?
Die Frage, was die Wirtschaft eigentlich von Abiturienten erwartet, wird immer wieder gestellt – nicht nur von jungen Menschen, die eine betriebliche Ausbildung anfangen möchten, sondern auch von ihren Eltern und Lehrern.Auf der hobit sprachen Vertreter von Opel, Evonik und der Telekom über ihre Erwartungen an junge Bewerber. Eins vorweg: Es ist nichts, was nicht zu schaffen wäre. Wichtig sind vor allem Basiskenntnisse und -fertigkeiten, das Sozialverhalten und die persönliche Einstellung. Die Unternehmen wollen, dass das Elternhaus und die Schule eine stabile Grundlage gelegt haben, auf der die Ausbildung ohne größere Probleme aufbauen kann. Beim Einstieg in das Berufsleben muss zwar auch das schulische Grundwissen sitzen. Aber ohne ein positiv entwickeltes Sozialverhalten kommt in Gesellschaft und Wirtschaft niemand zurecht.
Wichtig ist, dass jeder kritisch mit sich selbst umgeht und seine individuelle Persönlichkeit nicht verliert. Viel wert wird auch darauf gelegt, dass man Interesse am Unternehmen zeigt und mit Flexibilität, Sozialkompetenz und Durchhaltevermögen bereit ist, Problemlösungen zu erarbeiten und neue Ideen zu entwickeln. Diese so genannten „Softskills“ beinhalten auch die Teamfähigkeit. Darüber hinaus sind Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil, weil ein Unternehmen wie Evonik international agiert.
Ebenfalls wichtig sind die Bewerbungsunterlagen. Der Bewerber sollte ein aussagekräftiges Anschreiben verfassen, in dem er deutlich herausstellt, wieso er sich um den Job bewirbt und warum er ihn ausgerechnet in diesem Unternehmen ausüben will. Dabei sollte er auf Authentizität und Persönlichkeit achten, denn in einem weiteren Auswahlverfahren werden diese Kompetenzen dann genau hinterfragt.
Natürlich sind bei einer Bewerbung gute Noten wichtig. Aber auch wenn sich aus den Zeugnissen Schwächen erkennen lassen, braucht der Bewerber nicht zu verzweifeln: Die Unternehmen treffen meist eine differenzierte Auswahl und wägen die Stärken und Schwächen eines Bewerbers für die jeweiligen Berufe ab.
Stimmen:
M. Schmidt von Opel: „Niemand ist perfekt, jeder hat Schwächen. Aber Sie sollten versuchen, aus jeder Schwäche eine Stärke zu machen.“
T. Pabst von Evonik: „Jeder hat ein gewisses Entwicklungspotenzial. Ihre Qualifikationen arbeiten wir in den Bewerbungsgesprächen heraus. Sie müssen Ihre Persönlichkeit positiv verkaufen.“
F. Schauer von der Telekom: „Gerade bei uns in der Branche gibt es viele schnelle Veränderungen. Seien Sie bereit, diese aufzunehmen und zuzulassen.“



